Richtiger Sonnenschutz nach Hauttyp

Der Dermatologe Dr. Detlev Pirkhammer erklärt die Risiken beim Sonnenbad und gibt Tipps

Sonnenschutz – aber richtig !!

Gerade Säuglinge und Kleinkinder sind extrem gefährdet.
Bis zum ersten Lebensjahr sollten Kinder der Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden.

Erst mit zehn bis zwölf Jahren ist die Kinderhaut in der Lage selbst genug Hautpigment zu bilden um einen Eigenschutz aufzubauen. Um einem Vitamin D – Mangel vorzubeugen genügen 15 Minuten täglich im Schatten in der Sommermonaten.

Schon 5 – 6 Sonnenbrände in der Kindheit verdoppeln das Hautkrebsrisiko.

Dermatologen haben errechnet, dass ein Mensch bis zu seinem 18. Lebensjahr bereits ca. 80 Prozent der UV-Strahlenbelastung seines gesamten Lebens ausgesetzt ist.

Zu einem vernünftigen Umgang mit der Sonne gehört die Kenntnis der eigenen Sonnenempfindlichkeit bzw. des Hauttyps.

Hauttyp1:
Sie haben eine helle Haut mit Sommersprossen, blonde oder rote Haare und blaue oder grüne Augen.

Im Hochsommer bekommen Sie während der Mittagszeit bereits nach 5 bis 10 Minuten einen Sonnenbrand und werden auch nach wiederholter Bestrahlung nicht braun. Kleiden Sie sich sonnengerecht (Kopfbedeckung, Hemd oder T-Shirt mit möglichst langen Armen, möglichst lange Hose oder Rock, den Fuß bedeckende Schuhe). Für alle unbedeckten Körperstellen Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor ( LSF ) verwenden.

Hauttyp 2:
Sie haben eine helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen.

Im Hochsommer bekommen Sie während der Mittagszeit nach 10 bis 20 Minuten einen Sonnenbrand. Sie bräunen kaum. Kleiden Sie sich sonnengerecht (Kopfbedeckung, Hemd oder T-Shirt mit möglichst langen Armen, möglichst lange Hose oder Rock, den Fuß bedeckende Schuhe). Für alle unbedeckten Körperstellen Sonnenschutzmittel mit hohem LSF  verwenden.

Hauttyp 3:
Sie haben dunkle Haare und braune Augen.

Im Hochsommer bekommen Sie während der Mittagszeit nach 20 bis 30 Minuten einen Sonnenbrand. Sie bräunen gut. Kleiden Sie sich sonnengerecht (Kopfbedeckung, Hemd oder T-Shirt mit möglichst langen Armen, möglichst lange Hose oder Rock, den Fuß bedeckende Schuhe). Für alle unbedeckten Körperstellen Sonnenschutzmittel mit mittlerem LSF verwenden.

Hauttyp 4:
Sie haben von Natur aus eine dunkle Haut, schwarze oder dunkle Haare und braune Augen.

Auch als „dunkler Typ“ sind Sie gegen Schäden durch zuviel UV-Strahlung nicht immun. Im Hochsommer bekommen Sie während der Mittagszeit nach etwa 40 Minuten einen Sonnenbrand. Sie bräunen schnell und ohne Probleme. Kleiden Sie sich sonnengerecht (Kopfbedeckung, Hemd oder T-Shirt mit möglichst langen Armen, möglichst lange Hose oder Rock, den Fuß bedeckende Schuhe). Für alle unbedeckten Körperstellen Sonnenschutzmittel mit mittlerem LSF verwenden.

Kernregel: Meiden Sie in jedem Fall die Mittagssonne zwischen 11 und 16 Uhr.

Welches Sonnenschutzmittel brauche ich ?

Grundsätzlich gilt: Nutzen Sie sonnendichte Kleidung und achten Sie beim Kauf dieser Textilien auf den UV-Protektions-Faktor (UPF), der nicht geringer als 30 sein sollte.

Sonnenschutzmittel können als Ergänzung zum textilen Sonnenschutz angewendet werden.
Vor Hautkrebs schützen sie jedoch nicht, wie eine Studie der International Agency for Research on Cancer (IARC Handbook of Cancer Prevention, Vol. IV, Sunscreens, 2001), Lyon, gezeigt hat. Cremes und Lotionen sollten deshalb nicht dazu verleiten, den Aufenthalt in der Sonne zu verlängern oder Tageszeiten mit hoher UV-Belastung zum Sonnenbaden zu nutzen.
Sonnenschutzmittel enthalten chemische oder mineralische Lichtschutzfilter, die nur einen Teil des Sonnenlichts an Ihre Haut lassen. So können Sie sich länger in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Wie viel länger, das hängt neben Ihrem individuellen Hauttyp vom Lichtschutzfaktor (LSF) ab.
Ein Beispiel:
Wer normalerweise ein 15-minütiges Sonnenbad verträgt und zusätzlich ein Mittel mit dem LSF 6 verwendet, der kann theoretisch anderthalb Stunden in der Sonne liegen. Aber in Wirklichkeit ist der LSF nur ein Anhaltspunkt. In der Anwendung können sich die – im Labor ermittelten – Werte um bis zu zwei Drittel reduzieren. Greifen Sie deshalb besser gerade anfangs zu einem Produkt mit einem höheren LSF und nutzen Sie nur 60 % der errechneten Besonnungszeit aus.
Cremen Sie sich immer eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad ein. So lange brauchen die Sonnenschutzmittel, um ihre Wirkung zu entfalten.

Zu achten ist auch auf eine reichliche Verwendung des Sonnenschutzmittels, meistens wird zu wenig Creme verwendet. Achten sie auf wasserfeste und schweißresistente Produkte. Aber auch hier gilt: unbedingt nachcremen, das verlängert aber nicht die Schutzzeit.
Vergessen werden darf auch nicht die Pflege nach dem Sonnenbad, feuchtigkeitsspendende Lotionen helfen der Haut sich zu regenerieren. Fettreiche Cremen oder auch Sonnenschutzmittel können zu einem regelrechten Hitzestau führen und sind nur bedingt geeignet.

Richtiger Sonnenschutz nach Hauttyp

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