Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Adipositas (=Übergewicht) in Österreich wächst stetig: Von 1985 bis 2004 hat sich der Anteil der jungen Schwergewichte verdoppelt: über 25% der österreichischen Jugendlichen sind von Übergewicht betroffen. Damit ist jedes vierte Kind besonders gefährdet auch die weiteren Symptome des „metabolischen Syndroms“ zu bekommen. Das sind neben Adipositas auch Bluthochdruck, Diabetes mellitus (=“Zuckerkrankheit“) und hohe Blutfettwerte. Dieses „tödliche Quartett“ bedingt sich gegenseitig und führt gemeinsam sehr schnell zu Arteriosklerose (=“Gefäßverkalkung“) und koronaren (=„Blutgefäße des Herzens“) Erkrankungen.

Vor allem zwei Faktoren sind für diese Entwicklung verantwortlich:
1. die heute gängige Ernährung und 2. die verminderte Alltagsbewegung.

Diätmaßnahmen sind häufig – wie auch bei den Erwachsenen – nur bei einem Teil wirksam und oft nicht nachhaltig genug.

Zu dem bekannten Jo-Jo-Effekt (während der Diät abnehmen und danach umso mehr zulegen) kommt es meist dadurch, dass während der Diät zunächst vor allem das schwerere Muskelgewebe abgebaut wird und damit der Körperfettanteil im Verhältnis zum Eiweiß zunimmt. Nach der Diätphase ist dann weniger kalorienverbrennende Muskelmasse vorhanden und so kommt es umso schneller zur Gewichtszunahme.

Ein weiterer Grund für eine oft nur geringe Wirksamkeit von Diätmaßnahmen liegt darin, dass man bei  Ernährungskonzepten immer vom Stoffwechsel des Durchschnittsmenschen ausgeht. Dies trifft jedoch häufig die individuellen Erfordernisse des Einzelnen überhaupt nicht (vgl. Artikel „Diät oder individuelle Ernährung?“).

Was den zweiten Grund für die zunehmende Verfettung betrifft, das Bewegungsverhalten, so hat eine gerade veröffentlichte Studie hoffnungsvolle Ergebnisse gezeigt: Von der Universität im englischen Bath wurden 4.150 Zwölfjährige jeweils im Abstand von 2 Jahren untersucht. Es fand sich ein eindeutiges Ergebnis: „Bereits ein zusätzliches Plus von nur 15 Minuten täglicher mäßiger bis heftiger körperlicher Aktivität reicht aus, um bei Jungen und Mädchen im Alter von 14 Jahren zu einer Reduktion der Fettgewebsmasse um 10-12% zu führen“. (BMJ; 2009, 339:b4544; zitiert nach www.medaustria.at vom 05.05.2010)

Dies muss Ansporn für Eltern und Lehrplanverantwortliche sein, denn hier ist doch mit geringem Aufwand viel zu erreichen. Wir werden von Patienten immer wieder gefragt, welcher Sport denn der beste, richtige, gesündeste sei und unsere erste Antwort darauf lautet stets: der, der Spaß macht!

Grob vereinfacht kann man sagen, dass jede Bewegung besser ist als keine Bewegung.

Daher ist die Motivation und der Spaß am Bewegen das zunächst Entscheidende für die Gesunderhaltung. Angesichts der heutigen Lebenssituationen, insbesondere der Stadtkinder, ist Zeit und Raum nicht immer leicht für Bewegung gefunden. Wir empfehlen daher sehr gerne das auch zuhause einsetzbare Minitrampolin mit Spezialfederung*. Es ist ein kleines Gerät, mit dem man sehr viele verschiedene Übungen ausführen kann, es erleichtert Bewegung (auch wenn man mehr Pfunde auf den Hüften hat), es macht Spaß und sein Effekt auf alle Muskeln des Körpers führt zu einer optimalen gleichmäßigen Beanspruchung, was ideal für die Fettverbrennung ist. Wir üben darauf nicht mit hohen Sprüngen, sondern Schwingen überwiegend und führen gleichzeitig Übungen für Arme, Rücken oder Bauch durch. Durch die weiche Federung werden die Gelenke geschont und Kreislauf und Stoffwechsel angeregt. 15-20 Minuten machen Spaß und können einen je nach Übungsintensität in Schweiß bringen oder einfach nur angenehm aktiviert fühlen lassen und so zur nachfolgenden Entspannung z.B. überlasteter Nackenmuskeln beitragen.

Es bedarf nicht viel für die Gesundheit – gelingt es uns die Kinder heute zur Bewegung zu bringen, sorgen wir so auf bestem Wege für ihr Wohlergehen morgen!

(* Die Spezialfederung ist wichtig! Solche Geräte gibt es ab ca. € 160,– im Handel.)